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Unser Weg zur totalen Rohkost
In unserer Kindheit bekochten uns
unsere Eltern mit Fleisch. Als irgendwann das eigene Denken einsetzte, beendeten wir dies sofort. Unsere Ernährung
bestand dann hauptsächlich aus Pizza Margherita, Spaghetti Napoli,
Kartoffelprodukten, Eis und Süßwaren. So, glaubten wir damals ernsthaft, sieht
wohl eine gesunde "vegetarische" Ernährung aus!
Von 1992 bis 1999 folgte dann unsere "biologisch-vollwertige" Phase mit frischen
Salaten, Obst und Frischkornmüsli (etwa 40% unserer gesamten Nahrungsmenge).
Entsprechende Empfehlungen vermittelte uns das Buch "Nie
mehr Zahnweh!" von Johann G. Schnitzer (inzwischen überarbeitet und erweitert
unter dem Titel Zahnprobleme
und ihre Überwindung erhältlich). Die restlichen 60% bestanden aus gesalzener
(mit unraffiniertem Meersalz oder Steinsalz) bzw. gesüßter Kochkost (mit
"Vollrohrzucker" oder Honig), die leider auch viele Milchprodukte beinhaltete (Lakto-Ovo-Vegetarismus).
"Wenn man schon kein Fleisch isst, so ist in der Schwangerschaft wenigstens auf genügend Milchprodukte
zu achten!" Noch glaubten wir es. Bei erhöhtem Blutdruck bildeten sich durch
diese Ernährung Eiweiß/Wasser-Einlagerungen, die schließlich zu einer Gestose führten. Die "Gestose-Frauen"-Beratung hat uns in dieser gefährlichen Situation dann "besonders viel tierisches
Eiweiß" empfohlen (das bedeutete für uns also noch mehr "gesunde" Eier & Milchprodukte), was jedoch die Situation nur weiter verschärfte.
In der 34. SSW kam es dann schließlich zu deutlichen
Versorgungsschwierigkeiten über die Plazenta, was unser Baby uns mitteilte,
indem es plötzlich nicht mehr mit uns kommunizierte. Im Geburtshaus vernahm die
Hebamme nur noch schwache Lebenszeichen und brachte uns sofort ins KH. Dort
verkündete uns ein Arzt, es wären keine Herztöne mehr feststellbar... Er korrigierte sich jedoch nach 1 Minute
(!), und unser Kind kam wenige Minuten später per KS zur Welt – zwar klein
(1,8kg), aber gesund. Trotz aller Achtsamkeit haben die Ärzte in einem unkontrollierbaren Moment nach der Geburt ohne jede Rückfrage Vitamin K verabreicht! Impfungen
sind jedoch nicht erfolgt.
Da man uns nicht nach Hause ließ*, begann eine fast 4-wöchige Horrorzeit im KH (die wir hier lieber nicht
detaillierter schildern möchten), ein einziger Kampf, um alle möglichen Untersuchungen und vorbeugenden (!) Behandlungen (sogar Sonden-Ernährung war geplant!)
von unserem Kleinen fernzuhalten. Um die Muttermilch nicht zu belasten lehnten
wir eine medikamentöse Nachbehandlung des KSs und der Gestosefolgen ab. Da wir
jedoch wochenlang 18 Stunden pro Tag sitzend (!) auf der
"Frühchen"-Station zubringen mussten (Bett war nicht vorhanden, die angebotenen Stützstrümpfe waren aufgrund ihrer Fungizid-Ausrüstung nicht tragbar), entwickelten sich eine Thrombose und kleine Krampfadern.
*) Später erfuhren wir dann, dass es bei einem Geburtsgewicht von 1,805kg und
keinen Auffälligkeiten (es gab keine!) durchaus möglich gewesen wäre unser Baby zuhause in
Geborgenheit zu stillen und nur mit menschlicher Wärme zu versorgen.
Erste Begegnung mit reiner Rohkost
Unsere erste Begegnung mit reiner Rohkost war dann die
Schnitzer-Intensivkost
(mit konkretem 14-Tage-Essensplan), mit der wir es in wenigen Monaten schafften, die belastenden
Eiweiß-Ablagerungen und Übergewicht erfolgreich abzubauen.

Vegan ab 2003 (95% roh)
Als wir schließlich Anfang 2003, zu Beginn unserer zweiten Schwangerschaft, die
volle Wahrheit über die Bio-Milchtierhaltung erfahren hatten, beendeten wir den bis dahin noch geringen Konsum von Rohmilchkäse und erhöhten gleichzeitig (nach der Lektüre
weiterer Rohkost-Bücher wie z.B. Aterhov, s.u.) unseren Rohkostanteil
dauerhaft auf ca. 95% (gelegentlich jedoch noch ca. 5% Vollwert-Brötchen). Die feinen Geschmackssinne kehrten zurück,
und die während der 1. SS erlebte, permanente "Schwangerschaftsübelkeit" (die bezeichnenderweise bereits beim Riechen
gekochter "Speisen" aus der Ferne auftrat) blieb jetzt vollständig aus!
In der 8. SSW begannen sich dann jedoch aufgrund der Vorgeschichte und unter dem Einfluss der Hormonumstellung wieder Thrombosen zu bilden, und zwar massiv und schmerzhaft! Ein Faktor war angeblich auch
der Aufenthalt im Winter in großer Kälte. Das könnte tatsächlich auslösend gewesen sein, denn einmal, genau am Tag vor dem Ausbruch der Thrombosen, haben wir bei einer
zu langen Waldwanderung ein einziges Mal wirklich sehr gefroren.
In unserer Not sahen wir uns gezwungen einen (empfohlenen!) Phlebologen
aufzusuchen. Sein Privatkoch (!) empfing uns. In der Praxis roch es wie im
Restaurant! Der Arzt litt an Fettleibigkeit und trug
– wie er später verkündete – selbst wegen seiner Krampfadern permanent Stützstrümpfe! Er riet uns erst mal von der Rohkost ab (klar!) und vor allem Karotten sollten wir unbedingt meiden (aha!?). Nach einem kurzen Bein-Ultraschall wollte er
sogleich operieren (!), gab aber dann schließlich zu, dass man auch erst mal bei Verwendung der
von der Hebamme empfohlenen Stützstrümpfe plus häufiger Kaltduschen abwarten und
eventuell auch bei fortschreitender Schwangerschaft damit gut klarkommen könnte,
also keinesfalls akuter Handlungsbedarf bestand. Wir
taten es und kamen damit wirklich über die "Runden" (mal abgesehen von der kaum
zu bewältigenden Handhabung!). Die Empfehlung der Hebamme unseres Vertrauens,
mehr Wasser zu trinken (täglich ca. 2 Liter), brachte –
zusammen mit der nahezu reinen Rohkost plus mehr Bewegung (jeden Tag 1,5 Stunden
laufen) – trotz Winter und fortschreitender Schwangerschaft
eine deutliche Besserung der Krampfadern!
Und dann, nach fast 40 Wochen Schwangerschaft, kam sie, die lang ersehnte natürliche Geburt, jetzt ganz selbstverständlich und – dank veganer Rohkost
– diesmal im Geburtshaus in angenehmer, vertraulicher Umgebung, ganz ohne Gestose, Geräte, Ärzte und mit sofortigem Stillen! (Die Plazenta war übrigens
völlig normal!) Unser Baby (3,25kg) hatte leider anfangs eine Schilddrüsenunterfunktion aufgrund Jodmangels, was wir jedoch schnell normalisieren konnten. Tipp:
Unbedingt auf genügend jodhaltiges Grün achten – Salicornia/Seegras/Seespargel
bietet sich hierfür an!
Roh-vegan ab 2004
Seit
Februar 2004 verzichten wir auch auf Vollwertbrötchen,
dafür gibt es mehr und mehr wertvolle
Wildkräuter.
Gelegentlich essen wir
rohes Brot (fertig erhältlich z.B. bei
Veggie's Delight). Die Folgen: Unser Heuschnupfen – mehrere Jahre eine Plage – ist nun kaum noch zu
spüren (1 bis 2 Tage leichtes Naselaufen), und hartnäckige Warzen verschwanden plötzlich über Nacht ganz von selbst!
Wir wissen nun, die schlimmsten Erlebnisse unseres Lebens wären leicht
vermeidbar gewesen! Einfach erschreckend, was Uninformiertheit anrichten kann!

Unsere beiden Kleinen (hier: 5 und 0,5 J.) hatten bisher nie (erkennbar
verlaufende) Kinderkrankheiten. Seltenste Erkältungen waren in 1 bis 3 Tagen
wieder verschwunden. Unser größerer Kleiner (stillte ca. 2 J. lang) macht voller
Überzeugung aktiv mit bei der Rohkost, kennt die Zusammenhänge und bringt sogar
seinen sehr kranken Kochkost-Opa schon
manchmal unerwünschterweise zum Nachdenken...
Nachtrag: Sein Opa ist Ende August gestorben, er wollte trotz all
seiner Erkrankungen – er nahm zuletzt gleichzeitig 17 verschiedene Medikamente
täglich! – nicht auf
seine Kochkost (hauptsächlich Fleisch, Weißmehl, tierische Fette, Salz und
Zucker) verzichten.
ute & rainer
[Stand: Sommer 2004]
Demnächst hier:
Wichtige Tipps zum Vermeiden von Jod- und B12-Mangel
(aus Zeitmangel leider
immer noch nicht aktualisiert,
auf Wunsch Infos via email:
)
Konkret
"Was esst ihr denn so?"
Morgens pro Person*:
- ca. 150g reife Früchte
- dazu etwa 50g frisch gequetschte** Nackthafer- oder Hirse-Flocken
(eingeweicht)
- ein EL Buchweizen
- und ein paar Nüsschen und Kerne verschiedenster Art (gemischt bzw.
abwechselnd: Mandeln (spanische von Rapunzel sind frei von
Bittermandeln), Macadamias (Karstadt), Cashews***, Pekannüsse (Rapunzel),
Walnüsse, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Haselnüsse, Paranüsse****). Vorsicht,
oft wird auch im Bio-Handel über 40 Grad erhitzte Ware angeboten (auch
Kokosnüsse)!
Zuhause (abends oder mittags, wenn eben die Hauptmahlzeit stattfindet):
- Gemüse bzw. Salat (dabei sind immer ca. 100g Wurzeln oder Knollen und etwa
100g Blätter, wobei es zurzeit außer Brombeerblättern ja kaum Wildkräuter gibt,
also bleiben vor allem: viel Spinat, Rucola, Kresse,
Feldsalat, Postelein, Petersilie
und andere Töpfchenkräuter und natürlich immer das bei den Rüben oder Knollen
"mitgelieferte" Grün (z.B. bei Bundkarotten, Sellerie, Radieschen, Kohlrabi...)
- etwa 50g Frischkeimlinge***** (abwechselnd bzw. gemischt: Dinkel, Kamut,
Einkorn, Nackthafer, Quinoa, Mung(o)bohnen, Erbsen, Kichererbsen, Bockshornklee
(Curry), Linsen...) Das Trockengewicht vor dem Keimen ist etwa die Hälfte bis
ein Drittel.
- einige Avocado-Stücke
- ein paar unerhitzte Oliven

Unterwegs/draußen (mittags oder abends, zum Mitnehmen):
- etwas Wurzelgemüse
- ein paar Salatblätter (zurzeit, im Winter, bevorzugt Feldsalat, Spinat oder
andere dunkelgrüne Blätter)
- oft auch etwas Obst (zurzeit Mandarinen/Äpfel)
- und ein paar Nüsse
Ist der Winter vorbei, kann man im Wald gut Wildkräuter im Vorbeigehen essen
(und natürlich auch fürs Abendessen mitnehmen), was wesentlich gesünder und
leckerer ist als die handelsüblichen geschmacklosen Blattsalatsorten.
(Test: einfach mal ohne Essig & Öl essen!)
Manchmal nehmen wir auch etwas fertiges rohes Brot****** mit.
Gelegentlich essen wir, wenn die Kinder im Bett sind, und wir nachts noch länger zu
tun haben, noch etwas Obst.
Manchmal machen wir zwischendurch auch mal selbst
"rohes Brot", "rohen Kuchen", "rohe
Plätzchen", einen Bananendrink o.ä..

Insgesamt sind wir bemüht den Obstanteil auf etwa ein Drittel der Gesamtmenge zu
begrenzen, was im Winter ganz gut funktioniert, jedoch kaum in der Beerenzeit.
Getränke:
Durst entsteht bei Rohkost sehr selten. Morgens nach dem Aufstehen trinken wir
etwas mineralstoffarmes
Lauretana-Wasser (gut ist auch Plose),
ansonsten tagsüber sehr wenig. Säfte bereiten wir keine zu, denn dabei wird ja
immer ein gewisser Fruchtanteil zerstört, bleibt zurück (Ballaststoffe) oder oxidiert. Außerdem
stören Säfte auch die Verdauung und die Insulinsekretion.
*) Mengen für Erwachsene; Schwangere/Stillende brauchen von
allem etwa 1/3 mehr
**) empfehlenswerte Quetschen:
http://www.eschenfelder.de/produkte/korn_quetschen.php#n3
(besonders empfehlenswert: das Wandmodell
mit Holztrichter)
***) Passion4Fruit-Qualität, günstig via
http://www.bioinsel-shop.de/
****) AFAWK zurzeit nur via http://www.orkos.com/
*****) empfehlenswerte Keimgläser (ohne Plastik!):
http://www.eschenfelder.de/produkte/keimgeraete.php#n1
******) fertig erhältlich z.B. bei
http://www.veggiesdelight.de/
oder
http://www.die-wurzel.de/
[im Winter 2004/2005]
Empfehlenswerte Broschüre für Einsteiger:
Ist
Gesundheit in der Zivilisation möglich? von Johann G. Schnitzer
Empfehlenswerte Bücher zum Thema Rohkosternährung:
Schnitzer-Intensivkost...
von Johann G. Schnitzer (mit 14-Tage-Rezeptteil)
Rohkost - Unsere natürliche Nahrung
von Aterhov (= Arshavir ter Hovannessian)
Der große Gesundheits-Konz
von Franz Konz
Empfehlenswerte Bücher zum Thema Babys und Kinder"erziehung":
Geborgene Babys von Julia Dibbern (... ein Muss für alle jungen Eltern!!!)
Das kompetente Kind von Jesper Juul
Auf der Suche nach dem verlorenen Glück von Jean Liedloff
Empfehlenswerte Foren:
http://f25.parsimony.net/forum63512/thread-ds.htm ·
Urkost-Forum
http://f25.parsimony.net/forum63545/thread-ds.htm ·
Rohkostdorf-Forum
Wichtige Links:
http://www.milch-den-kuehen.de/index2.html · Eine Kuh – was ist das?
http://www.milch-den-kuehen.de/sickkids.html · Kinder – krank durch
Milch
http://www.milch-den-kuehen.de/osteo.html · Milch und Osteoporose
http://www.vegetarismus.ch/pdf/b03.pdf · über (Bio-)Milch
http://www.soylent-network.com/doku/ · über (Bio-)"Nutztiere" und
"Tiernutzung"
http://maqi.de/txt/vegetariersindmoerder.html · vegetarisch essen genügt
nicht!
http://maqi.de/pdf/bienenerbrochenes.pdf · über (Bio-)Honig
Empfehlenswerte CDs:
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Empfehlenswerte DVDs:
demnächst
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